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Historie

Seit mehr als 90 Jahren gibt es mittlerweile die Freiwillige Feuerwehr Zeesen. Eine lange Zeit, in der sich viel verändert und viel bewegt hat. Auf den folgenden Zeilen können Sie sich auf eine Reise durch vier politische Systeme begeben und die ereignisreiche Geschichte der Feuerwehr nachempfinden.

Hornsignale forderten die Mannschaft zum Einsatz auf

Im Jahre 1924 gründete der damalige Wehrführer Wilhelm Bähne die Freiwillige Wehr mit insgesamt 17 Kameraden. Das Gerätehaus war damals noch eine ungenutzte Scheune auf dem Schulgrundstück am Weidendamm. Ein zweistöckiger Holzturm wurde zusätzlich zum Trocknen der Schläuche und für Übungen errichtet. Im Falle eines Brandes forderten Hornsignale, die durch den Hornisten Otto Laumann gegeben wurden, die Mannschaft zum Einsatz auf. Anders als heute musste sich die Feuerwehr damals selbst finanzieren und organisierte deshalb zahlreiche Festveranstaltungen im Ort.

Gründungsfoto der Feuerwehr Zeesen

Nach sechs Jahren der Gründung bekam die Feuerwehr dann ihr erstes Fahrzeug. Außerdem erhielt sie eine Feuerlöschpumpe, die sogar noch nach dem Zweiten Weltkrieg im Einsatz war. In der Nachkriegszeit wurde die Wehr neu organisiert und als “Organ F” der Volkspolizei unterstellt. Um die Einsatzkräfte schneller alarmieren zu können, errichtete man im Dorf Sirenen, die auch gleichzeitig zur Warnung der Bevölkerung dienten.

1957 wurde dann das Feuerwehrgerätehaus in der Fasanenstraße 107 in Eigenleistungen der Kameraden erbaut. Dieses Gerätehaus sollte bis zum Jahr 2007 als Unterkunft der Feuerwehr dienen.

Nicht nur im politischen System fand eine Wende statt

Eng verbunden mit der Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Zeesen ist das Engagement des Wehrführers Torsten Jarnack. Er prägte und führte die Wehr mehr als 40 Jahre lang und hat insbesondere in den turbulenten Jahren der politischen Wende viel bewegt.

Durch die Wiedervereinigung änderte sich das Aufgabenfeld der Feuerwehr schlagartig. Musste man während der Zeit der Deutschen Demokratischen Republik noch vorwiegend Brände bekämpfen, rückten nun ganz andere Einsatzgebiete in den Mittelpunkt der Arbeit. Besonders schwere Verkehrsunfälle brachten die Einsatzkräfte an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Doch auch die Fahrzeuge waren nicht mehr zeitgemäß. Aus diesem Grunde organisierte man zwei gebrauchte Löschfahrzeuge von Mercedes aus den alten Bundesländern und beschaffte zusätzlich neue Rettungsgeräte. Inzwischen hatte sich auch die Art der Alarmierung geändert. Die alten Sirenen wurden abgeschaltet, die digitale Alarmierung wurde eingeführt. Ein weiterer Meilenstein für die Verbesserung der Sicherheit. Schließlich ermöglicht es die digitale Alarmierung, Einsatzkräfte wesentlich schneller und auch außerhalb des Ortes abzurufen.

In den folgenden Jahren haben die Aufgaben, die durch die ehrenamtlichen Helfer bewältigt werden müssen, stetig zugenommen. Neue Einsatzmethoden, die Weiterentwicklung der Rettungstechnik und neuartige Einsatzszenarien, beispielsweise mit chemischen und biologischen Stoffen, machen eine regelmäßige Weiterbildung der Einsatzkräfte unabdingbar. So werden inzwischen jährlich bis zu 90 Einsätze abgearbeitet und rund 400 ehrenamtliche Stunden von jedem einzelnen Mitglied erbracht.

Finanzielle und moralische Unterstützung

Um die Freiwillige Feuerwehr und besonders die Jugendarbeit nachhaltig zu unterstützen, gründete sich im April 2005 der “Förderverein Feuerwehr Zeesen e.V.”. Zusätzliche moralische und finanzielle Unterstützung erhält die Feuerwehr seitdem unter dem Vorsitz von Ina Rudolf. Die starke Zusammenarbeit hat viele Investitionen und Veranstaltungen ermöglicht, die sonst nicht im Bereich des Machbaren gewesen wären.

Lang gehegte Träume wurden endlich wahr

Der 17. November 2007 bildete sicherlich den Höhepunkt im Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Zeesen. Mit der feierlichen Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses sowie mit der Indienststellung eines neuen Löschgruppenfahrzeuges ging ein langer Traum in Erfüllung. Neue Räumlichkeiten, die genügend Platz bieten für Aus- und Fortbildungen, die Prüfung und Wartung von Geräten, die Unterstellung der Fahrzeuge und einen Zugang zu sanitären Einrichtungen, gaben der Feuerwehr neue Motivation für die Zukunft. Sowohl der Bürgermeister der Stadt Königs Wusterhausen (Stefan Ludwig) als auch der Ortsvorsteher von Zeesen (Peter Wein) zeigten sich hocherfreut und unterstrichen die besondere Leistung der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer: Sie würden einen wichtigen Teil zur Sicherheit und zur Lebensqualität in der Stadt Königs Wusterhausen beitragen.

Investitionen in die Zukunft und Präventionsmaßnahmen

Insgesamt leisten 22 meist noch sehr junge Kameradinnen und Kameraden ihren Einsatzdienst in der Freiwilligen Feuerwehr Zeesen. Um auch in den folgenden Jahren die Arbeit fortführen zu können, werden bereits in der Jugendfeuerwehr Kinder und Jugendliche für die Aufgaben der Feuerwehr begeistert. Die 20 Mädchen und Jungen werden unter der Führung ihres Jugendwartes David Lehmann erfolgreich ausgebildet und trainiert, um dann zur Verstärkung in die Einsatzabteilung übernommen werden zu können. Gerade die Jugendarbeit bildet in Zeesen einen festen und entscheidenden Standpunkt für die Zukunft der Feuerwehr. Schon früh will man die jungen Menschen für das Engagement zum Schutze der Allgemeinheit begeistern. Mit Erfolg, wie man an den zahlreichen Auszeichnungen und Urkunden erkennen kann. So konnte die Zeesener Jugendfeuerwehr in den Jahren 2004, 2007 und 2008 den Kreispokal der Jugendfeuerwehren des Landkreises Dahme-Spreewald gewinnen.

Doch die Ausbildung und das Training für den Ernstfall sind nicht allein Bestandteil der Feuerwehr Zeesen. Auch die Präventionsarbeit bildet seit vielen Jahren einen wesentlichen Bestandteil. So wird in Zusammenarbeit mit der Grundschule Zeesen regelmäßig eine zweitägige Brandschutzerziehung durchgeführt. Dabei vermitteln wir den Schülerinnen und Schülern ein grundlegendes Verständnis für den Umgang mit Gefahren und ein angemessenes Verhalten in Notsituationen.

Sicherheit ist kein Zufall. Deswegen hegen wir auch zukünftig die Hoffnung, dass weiterhin viele Bürgerinnen und Bürger ihre Zeit und ihr Engagement verantwortungsvoll in die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr setzen, um Menschen zu retten, Sachwerte zu schützen und die allgemeine Sicherheit aufrecht zu erhalten.

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