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Brandschutzerziehung

Wir haben uns angeschickt, den Schülerinnen und Schülern der Grundschule Zeesen ein grundlegendes Verständnis für den Umgang mit Gefahren und ein angemessenes Verhalten in Notsituationen zu vermitteln. Seit dem Jahre 2003 führen wir alljährlich eine umfangreiche Brandschutzerziehung durch. Die Kinder und Jugendlichen erleben dieses Brandschutzprojekt mindestens zwei Mal im Laufe ihres Schullebes – in der Regel in der vierten und fünften Klasse.

Die traditionelle Brandschutzerziehung nimmt aber auch in der Nachwuchsgewinnung der Jugendfeuerwehr einen bedeutenden Stellenwert ein. Jedes Jahr können wir nach den Projekttagen an der Grundschule Zeesen neue Mitglieder in den Reihen der Jugendfeuerwehr begrüßen – 2006 waren es sogar 12 Kinder.

Die Konzepte für ein gelungenes Projekt unterscheiden sich von Feuerwehr zu Feuerwehr. Im Laufe der Jahre haben wir aber wertvolle Erfahrungen sammeln können und auf diese Art und Weise eine ganz eigene Strategie für eine erfolgreiche Brandschutzerziehung entwickelt. Sie besteht im Wesentlichen aus zwei Komponenten:

Wir versuchen stets eine Symbiose aus theoretischen Grundlagen und praktischen Demonstrationen zu schaffen. Zu Beginn des Projekttages erleben die Schülerinnen und Schüler eine klassische Unterrichtssituation – allerdings wesentlich spannender als sonst. Sie erhalten die Möglichkeit, die Institution Feuerwehr zu verstehen, Ängste oder Trugschlüsse abzulegen und die Bedeutung des Brandschutzes zu erfassen. Doch nicht nur diese Themen spielen in dem abwechslungsreichen, dreistündigen Unterricht eine Rolle.
Danach geht das Brandschutzprojekt in den praktischen Teil über. Auf dem Schulhof gibt es echte Feuerwehrtechnik zum Anfassen und zahlreiche Vorführungen, die jedes Jahr einen Höhepunkt darstellen und bei den Kindern immer wieder für Faszination und Begeisterung sorgen. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung können wir jederzeit einen spannenden Vormittag für die Kinder und Jugendlichen zusammenstellen. Ein typischer praktischer Teil könnte bei uns folgendermaßen aussehen:

Evakuierungsübung der gesamten Schule

Simulation eines Feuerwehreinsatzes

Demonstration mehrerer Fettexplosionen

Demonstration des Rettungsgerätes an einem Unfallfahrzeug

Darstellung der Gefahren beim Grillen (eine Puppe brennt nach der Verwendung von Spiritus lichterloh)

Benutzung von Feuerlöschern zur Bekämpfung eines Brandes, dargestellt durch ein Brandsimulationsgerät (die Kinder werden selbst aktiv)

Demonstration der Gefährlichkeit von handelsüblichen Spraydosen (die Spraydosen werden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen zur Explosion gebracht)

Strahlrohre zum Ausprobieren

Vorführung des Sonderstrahlrohres auf dem Tanklöschfahrzeug

Interaktive Führung durch die Feuerwache

Kurze Vorstellung der Feuerwehrfahrzeuge

Fahrzeugfahrten mit einem Löschgruppenfahrzeug

Motivation

Die ursprüngliche Motivation, eine Brandschutzerziehung an der örtlichen Grundschule zu realisieren, entstammt den Erfahrungen der praktischen Feuerwehrarbeit. Täglich zeigt sich, dass viele Bürgerinnen und Bürger nicht wissen, wie sie sich bei Bränden, Unfällen oder ähnlichen Notsituationen verhalten müssen.

Die eigene Unwissenheit stellt meist eine vermeidbare Gefahr für sich selbst und für andere dar. Des Weiteren zeigen uns Statistiken ein besorgniserregendes Resultat:

Durchschnittlich gibt es in Deutschland zwei Brandtote pro Tag. In jedem Jahr fallen ungefähr 200 Kinder Flammen zum Opfer.

20.000 Menschen verletzten sich jährlich bei Bränden. Darunter befinden sich auch 400 Kinder mit schweren Verbrennungen.

Jahr für Jahr sorgen Brände für Sachschäden in Höhe von 2 Milliarden Euro.

Diese alarmierenden Zahlen haben uns in der Meinung bestärkt, dass insbesondere Kinder und Jugendliche besser über den Umgang mit Feuer und anderen Gefahren aufgeklärt werden müssen. Unser Anspruch ist es, allen Jungen und Mädchen mindestens zwei Mal (in der vierten und fünften Klasse) in ihrer Schulzeit eine umfangreiche Brandschutzerziehung zu ermöglichen. Die Schülerinnen und Schüler sollen ein grundlegendes Verständnis für den Umgang mit Gefahren und ein angemessenes Verhalten in Notsituationen erlernen. Darüber hinaus sollen die Kinder die Institution Feuerwehr verstehen, Ängste oder Trugschlüsse ablegen und die Bedeutung des Brandschutzes für die Gesellschaft erfassen können.

Ferner vereint die Brandschutzerziehung in der örtlichen Grundschule die Initiative gegen Mitgliederschwund in den Freiwilligen Feuerwehren sowie den Anspruch auf qualitativ hochwertige Brandschutzmaßnahmen in Bildungseinrichtungen.

Leitfragen

Mit den folgenden, realitätsnahen Fragen werden die Kinder im Laufe des Brandschutzprojektes konfrontiert:

Wie kann ein Feuer entstehen?
Welche Erstlöschversuche kann ich einleiten?
Wie gefährlich sind Kerzen in der Weihnachtszeit?
Wie schnell brennt ein Weihnachtsbaum?
Welche Gefahren lauern im Alltag?

Welche Aufgaben hat die Feuerwehr?
Welche Arten von Feuerwehren gibt es?
Wie sieht der Alltag von Feuerwehrleuten aus?
Wie läuft ein Einsatz in der Wirklichkeit ab?
Wie schnell ziehen sich die Feuerwehrleute um?
Was zieht ein Feuerwehrmann an?

Wie schwer ist die Ausrüstung eines Feuerwehrmannes?
Welche unterschiedlichen Geräte gibt es bei der Feuerwehr?
Welche Fahrzeuge gibt es bei der Feuerwehr?
Was kann man alles bei der Jugendfeuerwehr erleben?

Wie verhalte ich mich in Gefahrensituationen?
Was tue ich, wenn es in meinem Zimmer brennt?
Wie verhalte ich mich bei einem Feueralarm in der Schule?
Wie kann ich auch in fremden Gebäuden den Fluchtweg finden?
Wie kann ich schnell Hilfe rufen?
Wie lautet die Telefonnummer der Feuerwehr?
Was muss ich bei einem Notruf beachten?
Warum darf man den Notruf nicht aus Spaß anrufen?

Wie wichtig sind Rauchmelder in der eigenen Wohnung?
Warum sind Brände in Friteusen oder Pfannen so gefährlich?
Wie muss man bei einem Fettbrand vorgehen?
Wie gefährlich sind handelsübliche Spraydosen?
Wie bediene ich einen Feuerlöscher?